5. Mai – Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus

Ein Unterschied zwischen dem internationalen am 27. Jänner und dem nationalen österreichischen Gedenktag ergibt sich nicht nur durch das Datum, sondern auch durch den Namen: „Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“.

Bild: Konzentrationslager Mauthausen (CC BY-SA 2.5)

1997 entschied sich Österreich für ein anderes Datum, um den Opfern des Holocausts zu gedenken.  Dennoch ist dieser Tag, der 5. Mai, bis heute weitgehend unbekannt, nicht im kollektiven Bewusstsein verankert.

Am 5. Mai 1945 wurde das KZ Mauthausen von der US-amerikanischen Armee befreit. Im KZ Mauthausen und seinen Nebenlagern wurden rund 200.000 Menschen inhaftiert, von denen mehr als 100.000 ums Leben gekommen sind.

Das KZ Gusen wurde ab Dezember 1939 von Häftlingen des KZ Mauthausen errichtet. Ab Mai 1940 existierte es als Zweiglager des Konzentrationslagers Mauthausen. Bis zu seiner Befreiung im Mai 1945 wurden dort 71.000 Gefangene aus fast 30 Nationen inhaftiert. Mehr als die Hälfte überlebte die Haft nicht.

Die Gefangenen wurden von der SS-eigenen Firma „Deutsche Erd- und Steinwerke“ zur Arbeit in den Steinbrüchen eingesetzt. Ab Anfang 1943 mussten Tausende Sklavenarbeit für Rüstungsfirmen wie Steyr-Daimler-Puch und Messerschmitt leisten. Im benachbarten St. Georgen an der Gusen errichteten Gefangene des KZ Gusen II eine der größten unterirdischen Rüstungsfabriken im Deutschen Reich. Für den Bau einer Großbäckerei wurde Ende 1944 das Außenlager Gusen III eingerichtet.

Mauthausen-Schwur

Heinrich Dürmayer verlas am 16. Mai 1945 für das Internationale Komitee im Namen aller ehemaligen politischen Häftlinge von Mauthausen den folgenden „Mauthausen-Schwur“:

„Der vieljährige Aufenthalt im Lager hat in uns das Verständnis für die Werte einer Verbrüderung der Völker vertieft.
Treu diesen Idealen schwören wir, solidarisch und im gemeinsamen Einverständnis, den weiteren Kampf gegen den Imperialismus und nationale Verhetzung zu führen. So, wie die Welt durch die gemeinsame Anstrengung aller Völker von der Bedrohung durch die hitlerische Übermacht befreit wurde, so müssen wir diese erkämpfte Freiheit als das gemeinsame Gut aller Völker betrachten.
Der Friede und die Freiheit sind die Garantien des Glücks der Völker, und der Aufbau der Welt auf neuen Grundlagen sozialer und nationaler Gerechtigkeit ist der einzige Weg zur friedlichen Zusammenarbeit der Staaten und Völker. Wir wollen nach erlangter Freiheit und nach Erkämpfung der Freiheit unserer Nationen die internationale Solidarität des Lagers in unserem Gedächtnis bewahren und daraus die Lehren ziehen: Wir werden einen gemeinsamen Weg beschreiten, den Weg der unteilbaren Freiheit aller Völker, den Weg der gegenseitigen Achtung, den Weg der Zusammenarbeit am großen Werk des Aufbaus einer neuen, für alle gerechten, freien Welt.
Wir werden immer gedenken, mit welch großen blutigen Opfern aller Nationen diese neue Welt erkämpft wurde.
Im Gedenken an das vergossene Blut aller Völker, im Gedenken an die Millionen, durch den Nazifaschismus ermordeten Brüder geloben wir, daß wir diesen Weg nie verlassen werden. Auf den sicheren Grundlagen internationaler Gemeinschaft wollen wir das schönste Denkmal, das wir den gefallenen Soldaten der Freiheit setzen können, errichten: DIE WELT DES FREIEN MENSCHEN.
Wir wenden uns an die ganze Welt mit dem Ruf: Helft uns bei dieser Arbeit. Es lebe die internationale Solidarität! Es lebe die Freiheit!“

Bücher zum Thema:

John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

Randi Crott / Lillian Crott Berthung: Erzähl es niemandem – Die Liebesgeschichte meiner Eltern

Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

Anne Frank: Tagebuch

Imre Kertész: Roman eines Schicksallosen

Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Anita Lasker-Wallfisch: Ihr sollt die Wahrheit erben

Marceline Loridan-Ivens: Und du bist nicht zurückgekommen

Astrid Rosenfeld: Adams Erbe

Bernhard Schlink: Der Vorleser

Fred Uhlman: Der wiedergefundene Freund

Markus Zusak: Die Bücherdiebin

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